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Ich hab geträumt heut Nacht... (Magazin Leben & erziehen | Magazin Schwangerschaft & Geburt)
Schwangere träumen besonders intensiv und können sich am nächsten Morgen oft noch genau an die nächtlichen Bilder erinnern. Manchmal mischen sich aber auch belastende Träume darunter. Was sie bedeuten und wie werdende Mütter am besten mit ihnen umgehen.
Auf einer Lichtung im Wald stehen ein hübsches Mädchen und ein wunderschöner Vampir. Sie schauen sich tief in die Augen. Die beiden haben sich gerade unsterblich ineinander verliebt.
Erraten! Das ist die Schlüsselszene aus der Twilight-Saga.
Die amerikanische Buchautorin Stephenie Meyer (37) hat angeblich davon geträumt, als sie mit einem ihrer Söhne (7, 9 und 12) schwanger war. Um den Traum nicht zu vergessen, schrieb sie ihn auf. Die Folge: Weltruhm und viel Geld. Manchmal haben Schwangerschaftsträume also Bestseller-Potenzial. Spannend, bizarr oder rätselhaft sind sie allemal. Und sie unterscheiden sich deutlich von den Träumen anderer Frauen, fand Dr. Robert Van de Castle, Leiter des Traumforschungslabors an der Universität von Virginia, heraus. Gefühle spielen dabei eine große Rolle. "Die Schwangerschaft, die bevorstehende Geburt und das neue Leben mit Kind stellen eine Frau vor viele Fragen. Vorfreude, Sorgen oder Ängste beschäftigen ihr Unterbewusstsein und kommen nachts als 'Kopfkino' hervor", erklärt der österreichische Schlafpsychologe Günther W. Amann-Jennson. Schwangere erinnern sich besonders gut an das Geträumte, weil sie häufiger direkt vor dem Ende einer Traum(-REM)phase aufwachen. Verantwortlich dafür ist das Schwangerschaftshormon Progesteron.
Von Kätzchen und blühenden Gärten
Gerade in der ersten Schwangerschaft sind die Träume intensiv: Oft stehen Themen wie Wehen und die Geburt im Zentrum. Hat die Frau bereits ein Kind, geht es meist um größere Kinder. Die Erklärung liegt auf der Hand: Nach der ersten Entbindung weiß eine Frau, was auf sie zukommt. Nun sorgt sie sich eher darum, wie die größeren Kinder mit der Geburt des Babys zurechtkommen. Manchmal träumen Frauen auch schon von der Schwangerschaft, bevor sie davon erfahren haben. Dann tauchen zum Beispiel üppig blühende Gärten, Geschäfte mit Obst- und Gemüseauslagen und andere Symbole der Fruchtbarkeit auf.
Ein Symbol für neues Leben ist Wasser, vom Swimmingpool bis zum Meeresstrand. Es tritt während der gesamten Schwangerschaft auf. Andere Motive dagegen ändern sich im Laufe der Zeit. So träumen viele Frauen anfangs von Kätzchen oder Kuscheltieren, stellvertretend für den Winzling in ihrem Bauch. Später symbolisieren große Fahrzeuge, Gebäude und Konstruktionen den Körper der Frau, der immer schwerfälliger wird.
Das Kopfkino kann auch beängstigend für Schwangere sein: Süße Babys mutieren plötzlich zu Monstern oder Katzen oder werfen mit Bomben nach der Schwangeren. Solche Träume offenbaren zwiespältige Gefühle: Einerseits freut sich die Frau auf ihr Kind und wünscht sich ein Baby, andererseits sieht sie Überraschungen (die Bombe) auf sich zukommen oder grübelt, ob das Neugeborene wirklich nur lieb sein wird. Typisch sind auch Episoden, in denen eine Mutter ihr Kleines verlegt und es nicht wiederfindet oder in denen sie es nicht ausreichend gießt (wie eine Blume), so dass es vertrocknet. Diese Träume spiegeln die Angst wider, das Kleine nicht füttern oder richtig versorgen zu können. Eine positivere Variante dieses Traums: Die Frau bringt ein Kind zur Welt, das schon Zähne hat und am Tisch mitessen kann.
Träume ganz schnell aufschreiben
Nicht alle Träume sind einfach zu deuten. Die amerikanische Buchautorin Eileen Stukane empfiehlt, ein Traumtagebuch zu führen. "Legen Sie einen Block neben Ihr Bett und schreiben Sie Ihre Träume sofort auf, wenn Sie wach werden, damit keine wichtigen Details verloren gehen", rät Stukane (ihr bei Kösel erschienenes Buch "Träume in der Schwangerschaft" gibt's nur noch antiquarisch). Viele Schwangere sprechen nicht gern über ihre Träume, etwa wenn sie zweideutig und verwirrend sind oder wenn Flirts mit anderen Männern darin vorkommen. Gerade bei diesen Träumen geht es aber nur um die eigene Attraktivität.
Manche Träumerin fürchtet, ihr Traum könnte ein schlechtes Omen sein, das Wirklichkeit wird, sobald sie jemandem davon erzählt. Diese Sorge ist unbegründet. Schwangere haben oft Albträume. Das ist normal angesichts der Veränderungen, die eine Geburt mit sich bringt. Auch das Verhältnis zu Menschen, die einem nahestehen, wird vom Unterbewusstsein auf den Prüfstand gestellt. "Ein Traum bringt wie ein Sicherheitsventil am Dampfdrucktopf Gefühle zum Ausdruck, die unterm Deckel brodeln", so Eileen Stukane. Besonders deutlich wird das, wenn ein bestimmter Traum immer wieder auftaucht. Dann ist es wichtig, sich näher damit zu befassen. So berichtet die Autorin von Frauen, die träumten, dass ihre Mutter das Enkelkind vergiftet hat. Während bei einem guten Mutter-Tochter-Verhältnis die Oma die Tochter unterstützte.
Traumdeutungsbücher helfen nur bedingt beim Entschlüsseln, weil in Träume immer der Charakter und die Lebenssituation der Person hineinspielen. Die Traumforscherin Dr. Gayle Delaney empfiehlt aus diesem Grund das Trauminterview. Man erzählt dabei einer Freundin vom Geträumten so, als ob es gerade stattfindet. Durch gezielte Zwischenfragen nach Personen und Ereignissen im Traum ("Wie sieht der aus?", "An wen erinnert er dich?", "Spielte er schon mal eine Rolle in deinem Leben?") versucht man gemeinsam, der verschlüsselten Botschaft auf die Spur zukommen.
Träume verhelfen zu einer leichteren Geburt
Eileen Stuka ne rät zudem, mit dem Partner über das Geträumte zu sprechen. Dabei stützt sie sich auf Studien des Psychologen und Traumforschers Dr. Alan Siegel aus Berkeley. Er befragte werdende Väter und stellte fest, dass deren Träume oft mit denen der Partnerin co-schwanger gehen. Meist ergänzen sich die Träume der beiden. Ein Beispiel: Je mehr der Bauch wächst, umso häufiger drehen sich die Träume der Frau um die Sorge, ob sie für ihren Mann noch attraktiv ist. Wüsste sie, dass ihr Mann in dieser Phase davon träumt, wie er die Schwangere zur Geburt begleitet, wäre sie bestimmt erleichtert.
Paare, die offen über ihre Träume sprechen, kommen mit ihren Ängsten und der neuen Lebenssituation besser klar und ihre Beziehung wird inniger. Und die Aussicht auf eine gute Geburt steigt!
Eine israelische Studie ergab: Frauen mit Angstträumen in der Schwangerschaft hatten eine kürzere und leichtere Entbindung als andere. Wohl, weil sie sich schon vorher immer wieder mit dem Thema auseinandergesetzt hatten.
Andrea Schmidt-Forth
Beratung: Günther W Amann-Jennson
Beratung: Günther W Amann-Jennson
Schlaf gut, Mama
Tipps vom Schlafpsychologen und Autor Günther W. Amann-Jennson (www.schlafcoaching.com)
So schön es ist, in anderen Umständen zu sein - viele Frauen schlafen jetzt schlechter. Der Schlaf ist flacher, die volle Blase und der Bauch wecken sie immer wieder auf. Kein Wunder, wenn sie deshalb ständig müde sind.
• Wer es mit Job und anderen Pflichten vereinbaren kann, tankt in mehreren kurzen Nickerchen, über den Tag verteilt, Energie.
• Wenn Sie nachts wach liegen: nicht grübeln! Stehen Sie lieber auf und lesen Sie ein nettes Buch, bis Sie müde werden.
• Das erste Drittel der Schwangerschaft ist ideal, um sich ans Schlafen auf der linken Körperseite zu gewöhnen. Diese Position verbessert die Versorgung des Ungeborenen und der Gebärmutter mit Blut und Nährstoffen, die Nieren können Abfallstoffe leichter abtransportieren.
• Achten Sie auf eine anatomisch-orthopädisch gute Matratze. Sie können sich beim Schlafen auch auf ein Kissen stützen. Manche Schwangere schieben es sich in Seitenlage zwischen die Beine. Rückenschläferinnen legen es wie ein großes "U" ins Bett und betten den Kopf und die Arme darauf.
• Gegen nächtliche Fuß- oder Wadenkrämpfe hilft Magnesium. Sprechen Sie die Dosis mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme ab.
• Leichte, kleine Mahlzeiten am Abend entlasten Ihre Verdauung und fördern so den Schlaf.
• Ein Fußbad, ein Aromabad oder eine Wechseldusche entspannt vor dem Schlafengehen.
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