Immer mehr Kinder mit Depressionen und Selbstmordgedanken: Schlafstörungen als Auslöser (o-ton.at)

Schlafprobleme entwickeln sich immer mehr zur Volkskrankheit Nummer eins der Österreicher. Jeder vierte Österreicher hat bereits Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen. Die Dunkelziffer liegt laut Medizinern sogar bei einem Drittel der Bevölkerung. Besonders alarmierend ist auch, dass immer mehr Kinder davon betroffen sind. So leiden schon 23 Prozent der Schulkinder unter Schlafstörungen. Drei Viertel dieser Kinder sind am nächsten Tag in der Schule unruhig, unkonzentriert oder überaktiv. Schlafmangel gilt auch mit 61 Prozent als Hauptgrund für das Schuleschwänzen. Außerdem wirkt sich das Problem bei immer mehr Kindern stark auf die Psyche aus. Univ. Prof. Dr. Manfred Walzl, Neurologe und Leiter der Schlafmedizin an der Landesnervenklinik Graz, dazu ...

„Sieben Prozent, eine erschreckende Zahl, der Jugendlichen geben an, dass sie unter Depressionen leiden. Beinahe doppelt so viel haben Selbstmordgedanken."

Besonders schlimm wird es, wenn die Kinder später schlafen gehen. Schlafgehen um 24 Uhr statt um 22 Uhr hebt die Wahrscheinlichkeit für Depressionen um 24 Prozent und für Selbstmordgedanken um 20 Prozent. Bei einer Schlafdauer um fünf oder weniger Stunden steigt das Risiko sogar um 70 beziehungsweise 50 Prozent. Neben den körperlichen und psychischen Leiden kostet mangelnder Schlaf die österreichische Volkswirtschaft jährlich rund vier Milliarden Euro. Sie werden verursacht durch mehr Krankenstände, mangelnde Konzentration oder Verlust der Leistungsfähigkeit. Unser Körper regeneriert sich in der Nacht. Anpassungsvorgänge an körperliches Herz-Kreislauf- und Muskeltraining laufen nachts ebenso ab, wie jene des Gedächtnisses. Besonders zentral ist dabei die Wirbelsäule, wie Dr. med. Friedhelm Heber, Facharzt für chirurgische Orthopädie und Sportmedizin, betont:

„All das, was wir tun, geschieht aus dem Rumpf heraus, aus dem was unsere Wirbelsäule umgibt. Es ist wichtig, dass sie sich nachts erholen kann, dass sie geführt wird. Wir haben die Tiefschlafphasen, das erschlafft die Muskulatur. Wenn die Wirbelsäule dann nicht gestützt ist, nimmt sie eine Haltung ein, für die sie nicht gebaut ist."

Jetzt hat der österreichische Schlafsystemerzeuger Samina mit einem weiteren österreichischen Unternehmen zusammengearbeitet, um den Schlafkomfort der Österreicher zu erhöhen. Dabei geht es um die so genannte Magnetbiologie. Natürliche Magnetfelder haben Einfluss auf den Organismus und auf den Schlaf. So zeigt das Max-Planck-Institut für Biochemie die Bedeutung der Schlafrichtung im Erdmagnetfeld. Allein das Schlafen in Nord-Süd Richtung führte im Vergleich zur Ost-West-Richtung zu einer Verbesserung der Tiefschlaf-Phasen. Der Nobelpreis für Chemie 2003 dokumentierte die Erkenntnis, dass Wasser in Zellen über einen magnetischen Transportmechanismus gelangt. Heute weiß man, dass natürliche Magnetfelder auf viele Körperfunktionen Einfluss nehmen. Die Biological Coherene Technologies GmbH. Macht sich das zu Nutzen und hat AlphaPREVENT entwickelt - Kleine Kunststoffplättchen, die in das Magnetfeld im Schlafraum eingreifen. Wolfgang Homann, Geschäftsführer, dazu:

„In diesen völlig harmlosen Kunststoffstreifen stecken viele Jahre Entwicklung. Sie sind selber weder magnetisch, noch brauchen sie Strom. Sie wirken über die Luftfeuchtigkeit. Wenn man drei davon setzt, zeigt sich die Wirkung in etwa vier Wochen. Die Schlafzeiten verlängern sich, und auch der Traumschlaf wird länger."

Daneben gibt es aber viele weitere praktische Tipps, wie die Schlafqualität erhöht werden kann. Günther W. Amann-Jennson ist Schlafpsychologe und Buchautor. Sein Bestseller „Schlaf dich gesund!" hat jetzt mit „Schlaf dich jung, fit und erfolgreich" einen Nachfolger gefunden. Der Schlaf-Coach hat ein paar Tipps parat:

„Da geht es darum den Takt seiner inneren Uhr zu finden. Bin ich ein Frühaufsteher oder eher ein Spätschläfer? Man soll die eigene Schlafqualität beurteilen und schauen ob man in der Lage ist die restlichen 16 Stunden durchzuhalten ohne Erschöpfung. Man sollte sich auch schlaffreundliche Programme schaffen. Alles was wir am Tag machen, wirkt sich in der Nacht aus."